Aktuelles aus unserem Pfarrverband!

Nr. 34 / 19.08. – 27.08.2017

 

Neuevangelisierung – Was heißt das?

 

Liebe Pfarrangehörige!

„Neuevangelisierung“ ist das Stichwort für den Prozess der pastoralen Erneuerung in unserem Bistum Passau. Wir werden in den nächsten Jahren darum ringen, wie es gelingen kann, Menschen zu gewinnen, die sich intensiver um eine Begegnung mit unserem Herrn Jesus Christus mühen und aus dieser Begegnung heraus leben.

Dies ist ein anspruchsvolles Unterfangen: Nicht jede und jeder wird in gleicher Tiefe die Begegnung mit Jesus Christus suchen können oder auch wollen. Aber es gilt, gerade für diejenigen Christen Orte bereit zu halten, an denen sie Christus immer besser kennenlernen können. Dies erfordert viele Ideen und auch Kreativität. Dieser Austausch über den Glauben untereinander setzt auch Kräfte frei, da dieser Austausch auch hilft, manches, was auf den ersten Blick so wichtig erschien, zur Seite zu legen.

Lässt man sich auf den Prozess der Neuevangelisierung ein, wird sich zunächst einmal der Orientierungspunkt verschieben. Oft genug haben wir bei der Sakramentenvorbereitung darauf geschielt, was wir allen „zumuten“ können, damit sie gegen die Vorbereitung nicht revoltieren. Fragen waren dann: „Wieviele Gottesdienste zur Vorbereitung sind nötig? Braucht es eine Beichte vor der Firmung? Wieviel Teilnahme an den Gruppenstunden ist ausreichend für die Zulassung zum Sakrament? Reicht nicht auch ein Firmpate, der nicht katholisch ist?“ Wir liefen dabei immer Gefahr, uns am Mindestmaß zu orientieren. Oder provozierend gefragt: „Wie tief hängen wir die Latte, damit alle zu 100 % darüber springen und die Feier der Sakramente mitnehmen?“

„Neuevangelisierung“ denkt anders: Sie will Begegnung mit unserem Herrn Jesus Christus fördern, so intensiv wie nur möglich. Dabei muss sie aber notgedrungen auch in Kauf nehmen, dass manche aus eigenem Willen zurückbleiben. Neuevangelisierung weiß auch: Wir werden kleiner werden als Gemeinschaft der Christen am Ort. Wenigstens am Anfang!

In einer Entscheidungskirche werden manche Eltern ihre Kinder nicht mehr taufen lassen und manche Kinder und Jugendliche die Erstkommunion und die Firmung nicht mehr mitfeiern. Doch wer ehrlich auf unsere heutige kirchliche Situation schaut, merkt sehr schnell: Das ist schon längst so! Mitchristen gehen auf Abstand zur Gemeinde am Ort. Es ist letztlich die Frage, ob wir das nur schmerzlich erleiden oder diesem Prozess der Säkularisierung unserer Gesellschaft aktiv entgegensteuern?

Noch waren es schöne Worte, denen die meisten zustimmen. Was aber geschieht, wenn zum Anliegen der Neuevangelisierung nun Strukturreformen hinzutreten werden?

 

Ihr
Christian Kriegbaum,
Stadtpfarrer

 

 

 

Aktuelles aus unserem Pfarrverband!

Nr. 32 / 05.08. – 13.08.2017

 

Die pastoral-strukturelle Erneuerung im Bistum Passau

 

Liebe Pfarrangehörige!

„Aus, Amen, Ende?“ – Diesen Titel trägt das Buch von Thomas Frings, einem früheren Pfarrer aus dem Bistum Münster. Nach vielen Jahren Dienst in den Pfarreien hat er sich entschlossen, seine Aufgabe als Pfarrer aufzugeben. Dabei hat er aber nicht seine Berufung zum Priestertum aufgegeben, sondern nur sein konkretes Aufgabenfeld. Das Unwohl-Sein mit der Praxis in vielen unserer Pfarrgemeinden hat ihm diesen Schritt nahegelegt. Das Wohnen in einer klösterlichen Gemeinschaft mit intensiver Pflege des religiösen Lebens schien ihm für seine Berufung förderlicher.

Ich kann Thomas Frings verstehen. Auch hier bei uns im Pfarrverband Landau wird die Diskrepanz zwischen dem überkommenen Glauben und der Lebenswelt der Menschen immer größer. Diese Diskrepanz schmerzt mich sehr und mit mir viele, die zusammen mit mir Verantwortung tragen in unseren Pfarrgemeinden. Wir erleben, dass einmal als Kind getaufte Mitchristen nur noch an einigen Punkten in ihrem Leben den Kontakt zur Kirche aufnehmen: Manche Taufen werden noch gefeiert, weil die Oma es will oder es ja auch nichts schadet. Erstkommunion und Firmung nehmen viele mal eben mit als schönes Fest. Kirchliche Hochzeiten sind schon eher der Ausnahmefall. Und der Ablauf einer Beerdigung hat immer weniger mit der Gemeinde am Ort zu tun. Auch der Besuch des Sonntagsgottesdienstes wird nicht mehr als eine innere Pflicht gesehen, sondern ist von vielen anderen Faktoren abhängig: Witterung, ob man ausschlafen will, andere Freizeitangebote, ob er länger als 45 Minuten dauert?

Wer meint, dass der Stadtpfarrer jetzt in das allgemeine Gejammere einstimmen will, täuscht sich. Es geht zunächst nur um eine nüchterne und ehrliche, wenn auch oft genug schmerzliche Bestandsaufnahme. Und wer sagt, dass ihm eine Volkskirche wie vor 20 oder 30 Jahren mit vollen Kirchen am liebsten wäre, den kann ich gut verstehen. Aber eine solche Kirche wird es nicht mehr geben.

Vielmehr werden alle Gläubigen immer mehr in die Entscheidung gerufen sein, ob sie bereit sind, sich auf einen Weg der intensiveren Auseinandersetzung mit dem Glauben einzulassen.

Diesem Ziel dient auch der Weg der pastoral-strukturellen Erneuerung, den unser Bistum Passau in den nächsten Jahren gehen will und muss. Entscheidend wird der Austausch darüber sein, wie der Weg der Kirche weitergehen kann. Ich bin als Stadtpfarrer nicht der Fachmann dafür. Aber ich will doch auch sagen, was mir aus meiner Sicht wichtig ist. In den nächsten Wochenzetteln darüber mehr!

 

Ihr
Christian Kriegbaum,
Stadtpfarrer

 

 

 

Aktuelles aus unserem Pfarrverband!

Nr. 31 / 29.07. – 06.08.2017

 

Vorstellung Pastoralpraktikant

 

Liebe Angehörige des Pfarrverbandes Landau,

vielleicht haben es einige von Ihnen bereits gehört, dass ab September ein Pastoralpraktikant zu Ihnen in den Pfarrverband kommt. So möchte ich diese Gelegenheit nutzen um mich kurz vorzustellen:

Mein Name ist Simon Steinbauer und ich wurde 1991 in Deggendorf geboren. Aufgewachsen bin ich zusammen mit meiner Schwester in Moos (PV Isarhofen, Landkreis Deggendorf).

Nach dem Abitur an der Fachoberschule in Straubing bin ich 2011 in das Priesterseminar eingetreten. Nach dem sogenannten „Propädeutikum“ in Passau habe ich das Theologiestudium in Regensburg und Mainz begonnen, das ich nach dem Sommersemester hoffentlich erfolgreich abschließen werde. Ab September darf ich dann Ihrem Pfarrer und dem gesamten Pfarrteam als „Lehrbua“ über die Schultern schauen und so pastorale Erfahrungen sammeln.

Ich freue mich schon darauf Sie alle persönlich kennen zu lernen.

Viele Grüße und bis bald!
Simon Steinbauer